Download file Somnambulism (sleepwalking)
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Somnambulismus, umgangssprachlich Nachtwandeln oder Schlafwandeln, ist eine Schlafstörung aus der Gruppe der Non-REM-Parasomnien. Betroffene führen im Tiefschlaf komplexe motorische Handlungen aus – Aufstehen, Herumgehen, in seltenen Fällen sogar Autofahren oder die Wohnung verlassen – ohne dabei bewusst zu sein oder sich am nächsten Morgen daran zu erinnern. Auslöser sind Schlafentzug, Stress, Fieber, bestimmte Medikamente und – häufig – genetische Disposition. Schlafwandeln ist weit verbreitet: Bis zu 15 % der Kinder und 4 % der Erwachsenen sind betroffen. Als Sonderthema in der Literatur ist Nachtwandeln erzählerisch außerordentlich produktiv: Eine Figur, die nachts ohne Wissen ihres Tagesbewusstseins handelt, schafft die maximale Variante des unzuverlässigen Erzählers. Hat sie etwas getan? War sie dort? Was haben die Spuren zu bedeuten? Besonders spannend: die rechtliche Dimension – Schlafwandelnde sind nach deutschem Recht schuldunfähig, wenn sie in diesem Zustand eine Straftat begehen. Ein Täter, der sich an nichts erinnert, ist kein Lügner. Oder doch?