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Kindesmissbrauch umfasst alle Formen körperlicher, sexueller, emotionaler Gewalt sowie Vernachlässigung gegenüber Minderjährigen. Sexueller Kindesmissbrauch bezeichnet jede sexuelle Handlung an oder mit einem Kind, das aufgrund seines Entwicklungsstandes keine informierte Einwilligung geben kann. Die meisten Täter sind dem Kind bekannt – Familienmitglieder, Bezugspersonen, Autoritätspersonen –, was die Verarbeitung für Betroffene besonders schwer macht: Das Bindungssystem und das Missbrauchssystem sind untrennbar verknüpft. Langzeitfolgen umfassen PTBS, Dissoziative Störungen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Sucht und erhöhtes Risiko für erneute Viktimisierung. Als Sonderthema in der Literatur ist Kindesmissbrauch eine der stärksten moralischen Triebfedern: Fast jede Figur – Leser eingeschlossen – reagiert instinktiv mit Abscheu auf den Täter und Schutzimpuls gegenüber dem Opfer. In Thrillern dient Kindesmissbrauch als Ursprungstrauma von Antagonisten (der selbst misshandelte Täter), als stärkstes Motiv für Rache, und als gesellschaftskritischer Spiegel für das Versagen von Institutionen.